Mythos Schwäbische Alb
19.09.2011

Spucken verboten

Wer kleine Leute auf Trab bringen möchte hat eine außergewöhnliche Möglichkeit dazu. Tiere machen’s möglich, die hierzulande nicht alltäglich sind. In Begleitung von Lamas schmilzt die gefühlte Strecke dahin und so macht der ganzen Familie Wandern Spaß.

Wer in Reutlingen am Gaisbühl, rund um die Bruderhaus-Diakonie schon mal die Umgebung erkundet hat, dem sind sie vielleicht schon aufgefallen, jedem der an diesem Tag vorbeikommt fallen sie auf und, sie ziehen fragende Blicke auf sich. Die Lamas von Dirk Briddigkeit, der mit ihnen in erster Linie tiergestützte Pädagogik und Therapie anbietet, aber auch Erlebniswanderungen.

Fellbesetzter Charme
Alfredo, Billy und Felix, so heißen die drei Lama-Wallache, die sich - so viel sei vorweggenommen - höchstens in Abwesenheit von Menschen, zur Klärung der Rangordnung gegenseitig bespucken. Jedes Lama ist einzigartig, das liegt außer an der Fellfarbe und der Haarlänge ganz klar am jeweiligen Charakter des Tieres. Bei diesem Dreigestirn gibt es einen Boss, einen Schmuser und einen ganz schüchternen Vertreter. Aus erhabener Position beäugen Lamas ganz aufmerksam, ja fast schon über den Dingen stehend, alles was ringsherum passiert. Vom Wesen, erklärt Dirk Briddigkeit, ähneln sie Katzen, bewahren sich also eine gewisse Distanziertheit, was bei den ersten Kontakten und im späteren Umgang sehr angenehm ist. Einzig bei saftigem Wiesengrün, müssen die Lamaführer anfangs auf der Hut sein. Wird dem Lama mit Stimme und etwas Leinenzug klar gemacht, dass jetzt keine Zeit zum Grasen ist, akzeptieren die Tiere das schnell. Die Lamas hat der Erlebnispädagoge ganz gezielt ausgesucht und in drei Jahren behutsam aufgebaut, sodass sie ihn heute in seiner Arbeit zuverlässig unterstützen können. Aufmerksam auf diese Tierart wurden er und seine Ehefrau bei Südamerika-Reisen mit Extremwanderungen direkt nach dem Studium.

Die gehen mit Jedem
Die Lamas werden artgerecht im Freigehege gehalten und von Menschen mit Behinderungen versorgt. So sind sie leise und laute Ansprachen gewohnt und bleiben auch bei unvorhersehbaren und plötzlichen Bewegungen ruhig, obwohl sie Fluchttiere sind. So gehen sie am Führstrick auch mit der kleinsten Führperson mit – das kann ein beherzter zweijähriger Steppke sein, der vorneweg marschiert. Bei einer Lama-Wanderung geht es letztlich nicht darum Strecke zu machen, sondern Kindern Spaß an der Bewegung draußen zu vermitteln. Und da leisten die Neue-Welt-Kameliden, zu denen Lamas gehören, einen wertvollen Beitrag. Je kleiner der ¬ªLamarero¬´, also der Lamaführer, desto größer ist der Stolz, ein solch großes Tier eigenständig zu führen und selbst Kinder, die Hunden gegenüber ängstlich sind, nehmen die Südamerikaner gerne an der Leine mit. Schon so manche ungläubig erstaunte Eltern hat Dirk Briddigkeit erlebt, die nie gedacht hätten, dass ihr Kind soweit läuft – Lama macht’s möglich.

Lecker bepackt
Für längere Wanderungen, bei denen ein Picknick oder Grillen an einer Feuerstelle eingeplant wird bringen die Lamas noch mehr Vorteile mit. Wie in ihrer Heimat, den Anden, kommen sie als Nutztiere zum Einsatz, werden bepackt werden und nehmen den Wanderern die Last ab – so wird eine Wanderung schnell zum entspannten Spaziergang.

Fazit
Die Erwachsenen können entspannt gehen, weil sie nicht die Lauf-Motivatoren für ihre Kinder sind. Kinder haben großen Spaß, weil es ein besonderes Naturerlebnis ist, verbunden mit großen Tieren, die mit ihrer sanften Ausstrahlung selbst wilde Racker beruhigen.

Quelle: outdoorpuls 2011, Reutlinger General-Anzeiger, Text: Iris Goldack
www.alblama.de

Datum

19.09.2011

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